Vorwort 69: Welche Übersetzung?
„Am besten gefällt mir die Schlachter Übersetzung.“
„Mir gefällt am besten die Bibelübersetzung meiner Oma.“
„Was? Ich wusste gar nicht, dass deine Oma die Bibel übersetzt hat. In welche Sprache hat sie denn die Bibel übersetzt?“
„Meine Oma hat die Bibel ins Leben übersetzt.“
Das kann jeder von uns tun. Das sollte jeder von uns tun. Das tut jeder von uns, wenn er dem Herrn Jesus nachfolgt. Es bedeutet, dass wir so leben wie er, dass wir seine Einstellungen übernehmen, seine Ansichten und sein Verhalten. Dann ist unser Leben vom Herrn geprägt, und wir wandeln wie er.
„Wer da sagt, dass er in ihm bleibe, ist auch schuldig so zu wandeln, wie er gewandelt ist“ (1. Joh 2,6).
Ähnlichkeit. „Wie er“ – das bedeutet, dass der Herr Jesus auch von anderen in unserem Leben gesehen wird. Ich las ein Gebet: „Herr, hilf mir so zu reden, dass jeder dich hört, der mich hört. Hilf mir so zu leben, dass jeder an dich denkt, der an mich denkt. Hilf mir so werden, dass jeder dich sieht, der mich sieht.“ Aber wer wagt es schon, so etwas so lange zu beten, bis es erhört wird?
Schuldigkeit. Der Vers zeigt unsere Verantwortung und fordert unsere besten Kräfte, unseren höchsten Einsatz. Wir müssen etwas unternehmen. Wir müssen lernen, was zu tun ist und es tun.
Möglichkeit. Es ist ermutigend, dass dies nicht unmöglich ist. Die Befehle des Herrn sind seine Befähigungen. Der Herr wirkt und rüstet uns dazu aus, wenn wir unseren Teil beitragen.
Abhängigkeit. Das Ziel ist so hoch, dass wir es nur mit der Hilfe des Herrn erreichen können, in Gemeinschaft mit ihm. Er muss in uns wirken. Ohne ihn ist es unmöglich (Joh 15,6).
Freudigkeit. Der Apostel will uns damit keine Last auferlegen oder unsere Freude rauben. Im Gegenteil (1. Joh 5,3). Er schreibt solche Dinge, damit unsere Freude wächst und vollkommen wird (1. Joh 1,4).
Willigkeit. Der Herr appelliert an unseren Willen, an unsere Bereitschaft. Einige haben eine tiefe Sehnsucht, so zu leben wie der Herr und wollen im Glauben wachsen. Sie sind bereit, das zu lernen und die nötigen Schritte zu gehen.
Notwendigkeit. Menschen, die so leben wie der Herr Jesus, werden dringend gebraucht. Die Erde braucht Salz, die Welt braucht Licht. Geschwister brauchen Vorbilder und die Menschen brauchen das Evangelium, jetzt mehr denn je zuvor.
Aufmerksamkeit. Wenn jemand so redet und so lebt, wird das Aufmerksamkeit erregen. Interesse wird geweckt. Die Leute werden neugierig, das Evangelium zu lesen.
Dieses Gedicht hat mich herausgefordert:
„Ich schreib´ ein Evangelium
ein Kapitel pro Tag,
durch das was ich tue, durch das was ich sag.
Die Menschen lesen´s auch und ich frag´:
Was wohl das Evangelium nach Andreas sein mag?“
Da ist was Wahres dran, denn wir sind das Licht der Welt, und wenn unsere Bekannten in mir nichts vom Herrn Jesus sehen, werden sie wohl das Evangelium nach Johannes und Lukas nie lesen.
Also, wirst du mitmachen und auch ein Evangelium schreiben?
Andreas Lindner