Vorwort 78: Ein Mann über dem Strom
„Ich hörte den in Leinen gekleideten Mann, welcher über dem Wasser des Stromes stand, und er erhob seine Rechte und seine Linke zum Himmel und schwor bei dem, der ewig lebt …“ (Dan 12, 7)
Ich möchte euch erklären, warum mich das beruhigt und mir eine große Zuversicht auf die Zukunft gibt. Der Prophet Daniel sah und hörte einen Mann. Daniel befand sich am Ufer des Euphrat, aber wo war dieser Mann? Er war nicht am Ufer wie Daniel und nicht im Wasser, sondern darüber. Trotzdem konnte Daniel ihn sehen, hören und verstehen. Ahnt ihr, wer dieser Mann ist?
So wie dieser Mann über dem Wasser des Stromes stand, steht der Herr über dem Strom der Weltgeschichte. Der Herr steht außerhalb von Raum und Zeit. Gott hat vor langer Zeit das Universum erschaffen, vorher gab es nur Ihn, keinen Ort und keine Zeit. Das ist schwer vorstellbar, aber doch wichtig. Denn unser Herr betrachtet den Verlauf der Weltgeschichte von außen, er steht über dem ganzen Geschehen. Von dort aus hat er den Überblick und er lenkt den Strom der Geschichte auf ein Ziel zu. Der Herr wird nicht vom Lauf der Ereignisse mitgerissen, und er wird nicht davon überrascht. Es beruhigt mich sehr, dass der Herr über allem steht und schon das Ende sieht.
Daniel steht an diesem Fluss im heutigen Irak, im sechsten Jahrhundert vor Christus. Er ist zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort, aber er hört und versteht die Stimme, die aus der Ewigkeit kommt. Der Herr ist in der Ewigkeit, „oberhalb des Stromes“ der Geschichte, und von dort aus greift er ein, von dort redet er zu uns. Wir haben wie Daniel erlebt und geschmeckt, wie köstlich der Herr ist (1. Petr 2,2f). Das ist ein weiteres Wunder: Gott steht über allem, und ist doch mit uns in Verbindung und lässt uns nicht allein.
Durch diesen Mann teilt Gott Daniel alles mit, was Daniel über die Zukunft wissen und uns sagen soll. Der Mann schwört – diese Aussagen sind sicher, wir können uns darauf verlassen. Auch in den lautesten Zeiten der Weltgeschichte können wir seine Stimme hören, in den dunkelsten Zeiten können wir sein Licht sehen, und wir können uns auf seine Zusagen verlassen. Das gibt mir eine tiefe Ruhe ins Herz und eine große Zuversicht auf alles, was in der Zukunft kommen mag.
Andreas Lindner