Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 84: „Kannst du das vollenden?“ (Lk 14,28.29)

von Lindner Andreas

Bei manchen Unternehmungen kommt es nicht so sehr darauf an, das Ziel zu erreichen oder zu siegen. Da gilt: „Dabei sein ist alles“. Wir genießen den Weg und die Gemeinschaft bei einem Spaziergang, und es ist uns nicht so wichtig, wohin der Spaziergang geht. Aber dem Herrn nachzufolgen wird nicht mit einem Spaziergang verglichen, sondern mit einem Bauprojekt. Dabei ist es sehr wichtig, dass das Projekt zu Ende geführt wird.

„Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er die Mittel hat zur gänzlichen Ausführung, damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen ….“ (Lk 14,28.29)

Sobald der Bau beginnt, sehen es alle, die vorbeikommen. Der Bauherr wendet seine ganze Zeit auf um den Bau voranzutreiben. Er setzt seine Finanzen ein, er nimmt Entbehrungen und Opfer auf sich. Während des Baus verzichtet er auf Hobbys und auf Zeit mit seiner Familie um das Ziel zu erreichen. Aber schließlich kann er nicht mehr und muss aufgeben. Er erreicht das Ziel nicht, der Bau wird nicht vollendet.

Mit dem halbfertigen Bau kann er nichts anfangen. Die Bauruine steht im Garten und alle verspotten ihn. Er hat seine ganze Zeit und Mühe vergeblich eingesetzt, er hat einen Teil seines Lebens verschwendet, er hat auf viel verzichtet und es ist nichts dabei herausgekommen. Das ist den Nachbarn klar, und sie lachen ihn auch noch dafür aus. Das tut weh. Was war sein Fehler?

Er hat sich nicht vorher überlegt, ob er genug aufbringen kann, um den Bau zu vollenden. Er hat die Kosten nicht vorher berechnet.

Der Herr Jesus vergleicht die Nachfolge mit dem Bau eines Turmes. In der Nachfolge kommt es auch vor, dass wir auf Annehmlichkeiten verzichten, harte Arbeit auf uns nehmen, Geld für die Verbreitung des Evangeliums ausgeben, Einschränkungen in Familienleben oder Hobbys akzeptieren.

Der Herr sagt, dass wir vorher die Kosten überlegen sollen, damit wir wirklich in der Lage sind, das Leben in der Nachfolge zu vollenden. Was sind nun diese Kosten? Es ist nötig, dass der Herr Jesus in unserem Leben die erste Stelle einnimmt. Er muss uns wichtiger sein als Besitz, Familie, ja sogar wichtiger als unser eigenes Leben (Verse 26 und 27).

Das kann schwer sein, denn manchmal geht uns etwas gegen den Strich, es passt uns nicht, was der Herr sagt. Es fühlt sich nicht so gut an. Es geht uns nicht so gut dabei. Wenn der Herr es sagt, sollten wir es trotzdem tun. Er soll die erste Stelle in unseren Herzen haben. Wir sollen ihn mehr als alle anderen Dinge lieben, mehr als alle anderen Personen. Dazu ist es nötig, den Herrn einmal auf den Thron unseres Lebens zu setzen, und täglich bei diesem Entschluss zu bleiben.

Das sind die Kosten. Bist du dazu bereit, dein Leben so zu leben? Dann wirst du in der Lage sein, den Turm zu bauen, ja du wirst sogar aus dem Krieg siegreich hervorgehen (Lk 14,31-32). In der Nachfolge gilt nicht der Satz: „Der Weg ist das Ziel.“ Es kommt darauf an, den „Bau“ zu vollenden. Bist du dazu bereit?

Andreas Lindner