Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 89: „Der Einzelgänger“

von Lindner Andreas

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; …“ (1. Mose 2,18). Trotzdem kommen viele von uns allein ganz gut zurecht. Das sind die Einzelgänger. Vor ein paar Tagen sprach ich mit einem: Er klettert allein, durchquert die Sahara allein, isst allein, lebt allein, und stirbt – nicht allein. Warum? Er hat sich bekehrt und irgendwann danach aufgehört alles allein zu machen.

Auch Einzelgänger brauchen Gemeinschaft, besonders wenn sie sich bekehrt haben und geistlich wachsen wollen. Das zeigen schon die Bilder, die der Herr verwendet um uns Gemeinde zu erklären – Herde, Haus, Familie und Leib. Was ist eine Herde, die nur aus einem Schaf besteht? Ein Haus aus nur einem Stein? Eine Familie mit nur einem Mitglied? Ein Leib mit nur einem Organ? Das ist Unsinn. Im Leib brauchen die Organe und Glieder einander, und sie brauchen eine Verbindung zum Haupt.

Einzelgänger müssen sich ändern, wenn sie wachsen wollen. Was ist mit den anderen, die keine Einzelgänger sind? Sie sind eventuell von der Individualgesellschaft geschädigt. Schon das Kleinkind ruft energisch: „Allein machen!“ Aber das ist kindisch, wir müssen lernen zusammenzuleben, füreinander zu leben, miteinander zu dienen.

Das ist möglich! Probiert es aus, mit der Hilfe des Herrn. Nehmt euch bitte vor, einander zu ermutigen, füreinander zu danken und miteinander auszukommen. Lauft nicht gleich weg, wenn es mal nicht so funktioniert. Gerade an Schwierigkeiten können wir wachsen. Darauf liegt auch eine Verheißung: „Siehe, wie fein und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Dort hat der Herr Segen verordnet, Leben bis in Ewigkeit.“ (Ps 133, 1.3)

Andreas Lindner