Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 95: „Bitte keinen Druck!“

von Lindner Andreas

Wenn du dir das wünschst, tust du mir leid. „Aber in der Bibel finde ich keinen Druck“, sagst du. Ich fand Druck in 2. Kor 5,14, wo Paulus sagt: „Die Liebe Gottes drängt mich …“. Mir ist auch aufgefallen, mit welchem Eifer David versucht hat dem Herrn ein Haus zu bauen. Er hat dem Herrn geschworen: Wenn ich hineingehe in das Zelt meines Hauses, wenn ich steige auf das Lager meines Bettes, wenn ich Schlaf gestatte meinen Augen, Schlummer meinen Augenlidern, bis ich eine Stätte finde für den HERRN, Wohnungen für den Mächtigen Jakobs!“ (Ps 132,3-5). Salomo ruft dir zu: „…gestatte deinen Augen keinen Schlaf und keinen Schlummer deinen Wimpern …“ (Spr 6,4). Er will, dass wir alles daran setzen aus einer Falle zu entrinnen, in die wir durch falsche Entscheidungen geraten sind.

In dem im NT am meisten zitierten Psalm wird über den Messias gesagt, warum er solchen Erfolg hat: Um seine Arbeit auszuführen nimmt er sich nicht einmal Zeit ausgiebig zu trinken: Auf dem Wege wird er trinken aus dem Bache, darum wird er das Haupt erheben“ (Ps 110,7).

Das erinnert uns natürlich an die Genossen von Gideon, die sich durch Trinken nicht ablenken lassen wollten (Ri 7,5-7). Der Herr hat sie verwendet und sie errangen einen großen Sieg. Und Elieser sagte seinen Gastgebern: Ich will nicht essen, bis ich meine Worte geredet habe“ (1. Mo 24,33).

Welcher Aufgabe widmest du dich mit dieser Dringlichkeit? Keiner? Dann ist dein Leben leer, fürchte ich. Du solltest etwas haben, wofür es sich zu leben lohnt.

In unserer Zeit gibt es sicher Menschen, die überfordert sind, die sich selbst zu viel vornehmen und die sich mal ausruhen müssen. Der Herr befiehlt das seinen Jüngern sogar (Mk 6,31). Aber ein Sofa sollte nicht unser Leben prägen. Oder willst du in 3000 Jahren dafür bekannt sein, wie groß dein Bett war? Von König Og blieb das der Nachwelt in Erinnerung (5. Mo 3,11).

In Kambodscha wurden die Gläubigen unter Druck gesetzt und grausam verfolgt. Was war die Folge? Das Christentum blühte auf. Der Geheimdienst von Vietnam hat das über Jahre beobachtet und beschlossen: Wir werden die Christen nicht so stark verfolgen, damit sich der Glaube nicht auch bei uns so rasend ausbreitet!

Durch die Verfolgung sind die Gläubigen unter Druck und es scheint, dass sie sich dadurch auf das Wesentliche besinnen und mit ganzer Kraft für den Herrn arbeiten. Sie vertrauen auf den Herrn und sind ganz von ihm abhängig. Sie haben keine andere Wahl. Wir haben die Wahl, aber ich denke, wir sollten freiwillig so viel Disziplin aufbringen wie die Geschwister in diesen Ländern. Wir könnten uns freiwillig ganz dem Herrn ausliefern und uns auf sein Werk konzentrieren.

Im Leben eines Jüngers sollte ein gesunder Druck da sein, der ihn dazu bringt, sich mit Haut und Haar für den Herrn einzusetzen. Schließlich sind wir Nachfolger von dem, der gesagt hat: „Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist, denn es kommt die Nacht, da niemand wirken kann“ (Joh 9,4).

Andreas Lindner