Vorwort 97: „Gott und Genuss (1. Tim 6,17-19)“
Wie hängen Gott und Genuss zusammen? Schaut, wie der Herr beschrieben wird: „Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuss“ (1. Tim 6,17). Das können wir wirklich sagen. Er hat uns in jeder Hinsicht reich beschenkt. Mit Nahrung – und mit Geschmack, damit wir uns darüber freuen können. Mit Musik – und mit Gehör, damit wir sie genießen können. Mit den Sternen – und mit Augen, damit wir sie bestaunen können. Genießen wir das, was Gott uns geschenkt hat! Unsere Freude darüber können wir in Dank und Lob vor den Herrn bringen.
Wir brauchen dabei kein schlechtes Gewissen zu haben, sondern wir können alle Geschenke des Herrn mit dem Herrn genießen, d.h. in Gemeinschaft mit ihm. Die Gaben des Herrn trennen uns nicht von ihm, sondern sie vereinen uns mit ihm. Der Herr beschenkt uns reichlich und wir dürfen alles aus seiner Hand annehmen und uns darüber freuen. Die Gaben stehen nicht zwischen uns und dem Herrn, wenn wir unsere Hoffnung auf Gott setzen und nicht auf den Reichtum. Die Gaben werden vergehen, der Herr bleibt.
Sagt man nicht: „Geteilte Freud´ ist doppelte Freud´?“ Ja, ein Teil des Genusses und der Freude wird im nächsten Vers beschrieben: „Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein …“ (Vers 18). Wir können unsere Hand öffnen und mit anderen teilen. Welche Möglichkeit gibt uns der Herr damit unsere Freude zu vergrößern! Damit ich das nicht vergesse, setze ich in Gedanken einen Doppelpunkt zwischen die beiden Verse. „Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen – sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuss (Doppelpunkt): Gutes zu tun, reich zu sein in guten Werken, freigebig zu sein, mitteilsam, indem sie sich selbst eine gute Grundlage auf die Zukunft sammeln, um das wirkliche Leben zu ergreifen.“ (1. Tim 6,17-19)
Auf diese Weise sorgen wir wirklich für die Zukunft vor – für unsere Zukunft auf der Erde und noch viel mehr für unsere Zukunft im Himmel.
Jetzt ist es nur noch die Frage, wer diese Möglichkeiten nutzen kann? Timotheus soll diese Aufforderungen an die Reichen richten. Dazu gehöre ich mit Sicherheit, da ich Trinkwasser habe, genug Essen, ein Dach über dem Kopf und einen Arzt um die Ecke. Damit bin ich reicher als die anderen 95% der Weltbevölkerung. Trotzdem habe ich kein schlechtes Gewissen. Ich genieße, was der Herr mir schenkt, nicht mit schlechtem Gewissen, sondern in Gemeinschaft mit ihm. Ich danke ihm. Und ich versuche zu teilen – das ist auch ein großer Genuss. Und du? Was machst du? Wie hängen Gott und Genuss bei dir zusammen?