Vorwort 99: „Die Auferstehung, eine fremde Göttin? (Apg 17,18)“
Offensichtlich war die Auferstehung in Athen völlig unbekannt. Die Zuhörer von Paulus sagten: „Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein“ (Apg 17,18). Wer waren denn die fremden Götter, von denen er immer wieder sprach? Jesus und die Auferstehung! Die Griechen dachten wohl, dass Jesus ein Gott und „die“ Auferstehung seine Frau ist. Sie hatten wirklich keine Ahnung.
Und wir, wissen wir denn, was damit gemeint ist?
Die Auferstehung war so wichtig, dass sie in fast jeder Predigt in der Apostelgeschichte erwähnt wird. Die Auferstehung des Herrn ist eine Tatsache. Sie zeigt: Die Sünde ist völlig bezahlt, der mächtige Feind, der Tod, ist besiegt. Welche Hoffnung strahlt aus der Dunkelheit des leeren Grabes hervor! Es ist die Hoffnung der Auferstehung, die auch für uns gilt.
Natürlich werden nicht alle Christen auferstehen. Denn um aufzuerstehen muss man zuerst sterben. Und wir lesen in 1. Kor 15,51: „…wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden.“ Viele von uns werden den Tod gar nicht kennenlernen, sie bekommen gleich ihren Auferstehungsleib, wenn der Herr wiederkommt.
Wie wunderbar und herrlich dieser Auferstehungsleib sein wird, war mir lange nicht klar. Aber es ist eine Segnung, die vieles andere weit übersteigt. Die Gläubigen aus dem Alten Testament haben bereits viele herrliche Dinge vom Herrn erhalten. Sie sind mit ihm in der Herrlichkeit. Aber das Wichtigste fehlt ihnen noch. Sie haben „die Verheißung noch nicht empfangen, da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat“ (Hebr 11,40). Was könnte besser sein als all die Segnungen, die die Gläubigen jetzt schon im Himmel genießen? Die sind ja schon weit besser als alles, was wir auf der Erde bekommen könnten (Phil 1,23).
Die Heiligen im Himmel sind noch nicht vollkommen gemacht (Hebr 11,40). Sie sind schon beim Herrn, aber sie haben noch keinen Auferstehungsleib. Einige von ihnen sind sogar schon mal auferstanden, Lazarus zum Beispiel, der Jüngling von Nain und natürlich die Tochter des Jairus. Bei dieser Auferstehung kamen sie vom Tod zurück und bekamen wieder ihren vergänglichen Körper. Dann sind sie alle wieder gestorben. Aber sie werden noch eine bessere Auferstehung erleben (Hebr 11,35), mit uns. Dann werden sie mit uns vollkommen gemacht, wenn wir alle zusammen unseren Herrlichkeitsleib empfangen. Danach können wir nicht mehr sterben. Nach Hebräer 11,40 scheint das ein Wunder zu sein, das alle anderen übertrifft.
Wir sollten genau verstehen, worum es sich dabei handelt und sollten im Licht der Auferstehung leben. Ich denke dabei an die Auferstehung des Herrn, an die Auferstehung der Gläubigen und an unsere Verwandlung, wenn wir mit ihnen vollkommen gemacht werden.