Gemeinde & Mission
Vorwort

Vorwort 102: „Der Vorhang ist zerissen!“

von Lindner Andreas

Der eiserne Vorhang ist vor 25 Jahren zerissen. Die Länder der Sowjetunion waren durch diesen eisernen Vorhang vom Evangelium abgeschirmt. Es gab viele treue Christen dort, aber sie wurden verfolgt, Leiter wurden unterdrückt oder eingesperrt. Öffentliche Verkündigung war nicht möglich. Weltweit wurde für die verfolgten Christen in der Sowjetunion gebetet, über viele Jahre hinweg. Der Herr hat diese Gebete erhört, Deutschland ist vereinigt, ohne einen Weltkrieg. Es war möglich, in Ostdeutschland neue Gemeinden zu gründen, die Christen durften auf einmal aufs Gymnasium und an die Universität um zu studieren. Die gefangenen Gläubigen wurden aus den Arbeitslagern entlassen.

Eine weitere Gebetserhörung? China! Das Christentum sollte in der Kulturrevolution in China ausgerottet werden (1967 bis 1976). Jede Religion wurde verboten und sollte ausgelöscht werden. Das schien in manchen Provinzen zu gelingen. Aber die Geschwister haben weltweit zum Herrn geschrien, und der Herr ist herabgekommen und hat ihr Schreien gehört. Die Verfolgung in China hat sich gelockert. Das Evangelium wurde verbreitet. In manchen Städten sind jetzt angeblich 15% der Bevölkerung Christen, in Städten wo es scheinbar keine Christen mehr gab. Chinesische Studenten kommen im Westen zu Glauben und gehen in ihr Land zurück. Was für ein Wirken des Herrn!

Aber hier ist eine weitere Gebetserhörung, die einen epochalen Charakter hat. Was wurde gebetet? „Herr, befreie die Menschen aus dem Griff des Islam.“ Dieses Gebet wird vor unseren Augen erhört. In Ländern, wo Mission äußerst schwierig und gefährlich war, ist Krieg ausgebrochen. Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan kommen hier her und lernen deutsch. Wir müssen nicht mal ihre Sprache lernen oder dorthin reisen um sie für den Herrn zu gewinnen.

Mein Freund Curd verbrachte 100 Tage im Gefängnis in Lybien, weil er dort ein paar Traktate verteilte. Heute verteilen die Geschwister hunderte von Traktaten und Testamenten an die ankommenden Flüchtlinge. Wunderbar! Ein Bruder aus dem Nahen Osten schrieb: „Nutzt diese Chance! Die beste Möglichkeit den Moslems den Herrn nahezubringen, ist Freundschaft und persönliche Gespräche, nicht Massenveranstaltungen oder Verteilaktionen.“ Mit Gottes Liebe können wir einzelne gewinnen.

Beten wir weiter, dass der Herr wirkt und Geschwister mit Weisheit und Liebe diese Menschen gewinnen können.

Was ist aber mit den Menschen in Deutschland und Österreich? Es geht ihnen gut, sie haben es sich bequem gemacht auf gepolsterten Sesseln und sie sind abgelenkt durch die neuen Medien. Dadurch sind sie abgeschirmt vom Evangelium. Sollen wir das den samtenen Vorhang nennen? Beten wir, dass der Herr den samtenen Vorhang zerreißt, anfangend bei unseren Bekannten und Verwandten, Arbeitskollegen und Freunden. Sie sind gefangen und wissen es nicht.

Geschwister, wir leben in einer Zeit, wo Gebete mit großer Tragweite vom Herrn erhört werden. Beten wir weiter und nutzen wir die Gelegenheiten, die wir dadurch haben.

 

Andreas Lindner